Wirkungsforschung
Hilft Psychotherapie?
Die heilende Wirkung der Psychotherapie ist nachgewiesen. Ein Maß ist die sogenannte Effektstärke: In der Wissenschaft wird ab 0,5 von einem hohen Effekt gesprochen, ab 0,3 von einem mittleren, darunter von einem geringen. Pfammatter und Tschacher weisen zum Beispiel nach, dass die Effektstärke der Psychotherapie im Schnitt zwischen 0,75 und 1,11 liegen, bei speziellen Störungen wie depressiven Erkrankungen oder Angstzuständen liegt die Effektstärke sogar bei 2 bis 3.
Im Vergleich dazu liegt die Spontanheilung bei 0,2 – also deutlich darunter. Der Placebo-Effekt liegt bei 0,42.
Es zeigt sich also, dass Psychotherapie im hohen Ausmaß hilfreich ist. Bei schweren Erkrankungen ist die Kombination mit Medikamenten und/oder anderen unterstützenden Heilmethoden besonders erfolgsversprechend.
Neben diesen statistischen Angaben ist es aber viel wesentlicher, den/die geeignete/n Therapeut/in zu finden:
„Die Psychotherapie ist ein Weg, psychisches Leiden und Verhaltensstörungen zu mindern oder zu heilen. Der Erfolg der Psychotherapie ist abhängig von der Zusammenarbeit von Klient/in und Therapeut/in“
Quelle: BM für Gesundheit, www.bmg.gv.at, 28.10.2013
Meiner Ansicht nach gibt es abseits der Psychotherapie viele Verfahren und Vorgehensweisen, die zumindest mit der Wirksamkeit eines Placeboeffekt gleichzusetzen sind. Man kann also selten sagen, dass „etwas“ gar nicht wirkt. Aber es geht mir auch um das Risiko nachhaltiger Verletzungen: Gerade bei traumatisierenden Erfahrungen und psychischen Erkrankungen ist es wichtig, darauf zu achten, mit ausgebildeten Therapeuten zu arbeiten. Deren Ausbildungs- und Erfahrungshintergrund muss einer qualitativen, öffentlichen und rechtlichen Überprüfung standhalten. Ich betone dies, da immer wieder Klient/innen zu mir kommen, die negative, teils retraumatisierende Erfahrungen mit selbsternannten, nicht hinlänglich ausgebildeten „Therapeut/innen“ machen mussten.